Thermogravimetrische Analyse unter Wasserstoffatmosphäre: rote und schwarze Pulvrige zeigen Temperaturveränderungen.

17.02.2026 von Aileen Sammler

Thermogravimetrie trifft Wasserstoff: Sichere thermische Analyse von Redoxreaktionen unter Wasserstoffatmosphäre

Erfahren Sie, wie die thermogravimetrische Analyse unter Wasserstoffatmosphären die Entwicklung von Wasserstofftechnologien unterstützt, indem sie das Reduktionsverhalten, die Reaktionskinetik und die Materialstabilität aufzeigt.

Warum Wasserstoff für die Materialforschung wichtig ist

Wasserstoff spielt eine zentrale Rolle beim weltweiten Übergang zu nachhaltigen Energiesystemen. Von CO2-neutraler Metallurgie und thermochemischer Energiespeicherung bis hin zu katalytischen Prozessen und wasserstoffbasierten Reduktionszyklen reicht sein Potenzial weit über die Energieerzeugung hinaus.

Gleichzeitig stellt Wasserstoff erhebliche experimentelle Herausforderungen dar. Seine hohe Entflammbarkeit und Reaktivität erfordern eine präzise Kontrolle, robuste Sicherheitskonzepte und zuverlässige Analysewerkzeuge, insbesondere bei erhöhten Temperaturen. Für Materialwissenschaftler und Verfahrenstechniker ist es daher unerlässlich zu verstehen, wie sich Materialien unter wasserstoffreichen Atmosphären verhalten.

Hier kommt die thermogravimetrische Analyse (TG) als leistungsstarkes Hilfsmittel zum Einsatz.

Verständnis von Redoxreaktionen unter Wasserstoffatmosphären

Die thermogravimetrische Analyse ermöglicht es Forschern, Massenänderungen in Abhängigkeit von Temperatur und Zeit mit hoher Präzision zu überwachen. Bei Anwendung unter kontrollierten Wasserstoff- und Sauerstoffatmosphären liefert die TG direkte Einblicke in Reduktions- und Oxidationsreaktionen von Metallen und Metalloxiden, die Schlüsselprozesse in wasserstoffbasierten Technologien sind.

In einer neuen Application Note zeigt NETZSCH, wie die TG-Methode zur Untersuchung reversibler Redoxreaktionen eingesetzt werden kann. Solche Reaktionen sind von grundlegender Bedeutung für Anwendungen wie thermochemische Energiespeicherung, katalytische Systeme und wasserstoffbetriebene metallurgische Prozesse. Wiederholte Reduktions- und Oxidationszyklen zeigen nicht nur die Vollständigkeit der Reaktion, sondern auch allmähliche kinetische Veränderungen, die durch Strukturumwandlungen, Oberflächenpassivierung oder Partikelagglomeration verursacht werden.

Thermogravimetrische Analyse mit NETZSCH, kombiniert mit Wasserstofftechnologie für sichere Redoxreaktionen und Materialforschung.

Sichere Wasserstoffforschung mit NETZSCH H₂Secure

Eines der größten Hindernisse für Wasserstoffexperimente bei hohen Temperaturen ist die Sicherheit. NETZSCH begegnet dieser Herausforderung mit dem H₂Secure-System, das sich leicht in seine simultanen thermischen Analysatoren integrieren lässt.

Das TÜV-zertifizierte H₂Secure-Konzept ermöglicht Experimente mit einer Wasserstoffkonzentration von bis zu 100 % bei maximaler Betriebssicherheit. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören die Echtzeitüberwachung der Wasserstoff- und Sauerstoffkonzentrationen, eine kontrollierte Gasführung, eine automatische Inertgas-Spülung im Falle einer Fehlfunktion und eine interne Drucküberwachung. So können sich die Forscher ganz auf das Materialverhalten konzentrieren, anstatt sich um experimentelle Risiken zu sorgen.

In Kombination mit NETZSCH STA-Geräten für die simultane thermische Analyse schafft das H₂Secure-System eine kontrollierte Umgebung für die Untersuchung der Redoxkinetik unter isothermen und nicht-isothermen Bedingungen bei Temperaturen, die weit über die typischen Laborgrenzen hinausgehen.

NETZSCH-Lösungen für wasserstofforientierte Anwendungen

Mit seiner Kombination aus fortschrittlichem STA-Analysegerät und dem H₂Secure-System bietet NETZSCH eine zuverlässige Plattform für die Wasserstoffforschung in Wissenschaft und Industrie. 

Typische Anwendungsbereiche sind:

  • Thermochemische Energiespeichermaterialien
  • Katalyse- und Oberflächenreaktivitätsstudien
  • Optimierung metallurgischer Prozesse

Die Möglichkeit, Hochtemperaturexperimente unter wasserstoffreichen Atmosphären sicher durchzuführen, eröffnet neue Chancen für die Entwicklung und Validierung von Materialien der nächsten Generation.

Möchten Sie mehr erfahren?

Die vollständige Studie, die Messparameter und die detaillierten Ergebnisse finden Sie hier:

👉 Lesen Sie die vollständige Application Note:

In unserem nächsten Blog-Artikel gehen wir noch einen Schritt weiter und zeigen, wie kontrollierte Wasserstoffatmosphären genutzt werden können, um tiefere Einblicke in das Reduktionsverhalten, die Reaktionsmechanismen und die Materialleistung unter anwendungsrelevanten Bedingungen zu gewinnen. Bleiben Sie dran!

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