Nachweis von Weichmachern in Sportartikeln und Spielzeug mittels TG-FT-IR: Erfahren Sie, wie die Gasanalyse eine zuverlässige Identifizierung von Polymeradditiven ermöglicht.

27.02.2026 von Aileen Sammler

So weisen Sie Weichmacher in Spielzeug und Sportartikeln mittels TG-FT-IR nach

Beyond Peaks and Curves: Application Insights by NETZSCH and Bruker

Die monatliche Blogserie mit Bruker Optics – Teil 2: 
Nachweis von Weichmachern in Sportartikeln und Spielzeug mittels TG-FT-IR: Erfahren Sie, wie die Gasanalyse eine zuverlässige Identifizierung von Polymeradditiven ermöglicht.

Wie kombinierte Thermoanalyse und Infrarotspektroskopie verborgene Additive sichtbar machen

Weichmacher spielen eine zentrale Rolle in polymerbasierten Konsumgütern wie Sportartikeln, Spielzeug und flexiblen Kunststoffbauteilen. Sie verbessern Flexibilität, Verarbeitbarkeit und Haltbarkeit von Materialien. Sie können jedoch zugleich Herausforderungen in Bezug auf Produktsicherheit, Qualitätssicherung und regulatorische Anforderungen darstellen, wenn Art oder Menge unbekannt sind.

Im zweiten Teil unserer BlogserieBeyond Peaks and Curves: Application Insights by NETZSCH und Bruker“ zeigen wir, wie sich Thermogravimetrie gekoppelt mit FT-IR-Spektroskopie (TG-FT-IR) für den zuverlässigen Nachweis und die Identifikation von Weichmachern in komplexen Polymermatrizes einsetzen lässt.

Warum die Identifikation von Weichmachern entscheidend ist

Sportartikel und Spielzeuge unterliegen strengen Vorgaben hinsichtlich ihrer Materialzusammensetzung – insbesondere, wenn sie für Kinder bestimmt sind oder in direkten Kontakt mit der Haut kommen. Weichmacher können während der Nutzung migrieren oder sich bei thermischer Belastung verflüchtigen und dadurch sowohl die Materialeigenschaften als auch die Produktsicherheit beeinflussen.

Klassische thermische Analyseverfahren wie die Thermogravimetrie (TG) erfassen präzise Massenänderungen beim Aufheizen eines Materials. Mit TG allein lässt sich jedoch nicht bestimmen, welche Substanzen freigesetzt werden. Genau hier setzt die Emissionsgasanalyse (EGA) an.

NETZSCH TG 309 Libra kombiniert mit Bruker Invenio FT-IR zur präzisen Analyse von Weichmachern in Polymermaterialien.
NETZSCH TG 309 Libra® mit Bruker Invenio FT-IR Kopplung

TG-FT-IR: Bestimmt nicht nur wann, sondern auch was passiert

Durch die Kopplung einer NETZSCH Thermowaage mit einem BrukerFourier-Transform-Infrarotspektrometer (FT-IR) lassen sich Massenverluste direkt mit der chemischen Identität der entweichenden Gase verknüpfen.

In einer Studie veranschaulichen NETZSCH und Bruker, wie TG-FT-IR Folgendes ermöglicht:

Damit wird die Thermoanalyse von einer rein beschreibenden Methode zu einem chemisch aufklärenden Analysewerkzeug.

Praktisches Anwendungsbeispiel

Untersucht wurden Polymermaterialien, wie sie typischerweise in Sportartikeln und Spielzeug eingesetzt werden. Während der kontrollierten Erwärmung zeigen die TG-Kurven klar getrennte Massenverlustbereiche. Die gleichzeitig aufgezeichneten FT-IR-Spektren liefern die molekularen Fingerabdrücke der freigesetzten Substanzen.

Anhand charakteristischer Infrarotbanden lassen sich Weichmacher eindeutig identifizieren, selbst in komplexen Materialsystemen. Dies liefert entscheidende Informationen für:

  • Qualitätskontrolle und Materialverifikation
  • Bewertung der Produktsicherheit und regulatorische Fragestellungen
  • Schadensanalysen und Materialoptimierung

Erfahren Sie weitere Details in der vollständigen Application Note

Dieser Blog gibt einen Überblick über die zentralen Ergebnisse und Analysekonzepte.
Detaillierte Versuchsbedingungen, Interpretation der FT-IR-Spektren und vollständige Messergebnisse finden Sie in der Application Note:

NETZSCH und Bruker: Eine bewährte Partnerschaft in der EGA

Die Kopplung von Thermoanalyse und FT-IR-Spektroskopie basiert auf einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen NETZSCH und Bruker Optics, die bis ins Jahr 1993 zurückreicht.

Durch die Kombination von NETZSCH Thermowaagen mit Bruker FT-IR-Spektrometern profitieren Anwender von:

  • stabiler und reproduzierbarer Gasführung für eine hohe Nachweisempfindlichkeit
  • synchronisierten thermischen und spektroskopischen Messdaten
  • zuverlässiger Identifizierung freigesetzter Gase in Polymer-, Chemie- und Pharmaanwendungen
     

Dieser Artikel ist Teil unserer TG-FT-IR-Blogserie „Beyond Peaks and Curves: Application Insights by NETZSCH and Bruker“. In Teil 1, haben wir gezeigt, wie sich Separator-Materialien für Batterien mittels TG-FT-IR identifizieren lassen. 

Im nächsten Artikel widmen wir uns dem Einfluss von Feuchtigkeit auf die thermische Zersetzung pharmazeutischer Wirkstoffe.

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