Allgemeine Eigenschaften
Kurzer Name: PB
Bezeichnung: Polybuten
Polybuten hat eine lineare Struktur und ist überwiegend isotaktisch aufgebaut. Die Taktizität beschreibt die stereochemische räumliche Anordnung der Seitenketten (in der Formel -CH2CH3) in einem Polymer und beeinflusst stark die Eigenschaften des entsprechenden Kunststoffs, wie WärmeleitfähigkeitDie Wärmeleitfähigkeit (λ mit der Einheit W/(m•K)) beschreibt den Transport von Energie - in Form von Wärme - durch einen Körper aufgrund eines Temperaturgefälles.Wärmeleitfähigkeit, Schmelzpunkt und GlasübergangstemperaturDer Glasübergang gilt als eine der wichtigsten Eigenschaften amorpher und teilkristalliner Materialien, wie z.B. anorganische Gläser, amorphe Metalle, Polymere, Pharmazeutika und Lebensmittel, usw., und bezeichnet den Temperaturbereich, in dem sich die mechanischen Eigenschaften des Material von einem harten und spröden Zustand in einen weicheren, verformbaren oder gummiartigen Zustand ändern.Glasübergangstemperatur. Es gibt drei Arten von stereochemischen Anordnungen: isotaktisch, ataktisch und syndiotaktisch. Eine Anordnung wird als isotaktisch bezeichnet, wenn sich alle Ethyl-Seitenketten auf der gleichen Seite des Polymergerüsts befinden. Bei einer syndiotaktischen Anordnung befinden sich die Ethylgruppen abwechselnd auf der Vorderseite und auf der Rückseite des Polymerrückgrats. Eine beliebige Anordnung der Seitenketten wird als ataktisch bezeichnet.
Strukturformel

Eigenschaften
NETZSCH Messung

| Probenmasse | 11,06 mg |
| Heizraten | 10 K/min |
| Tiegel | Al, gelochter Deckel |
| Atmosphäre | N2 (40 ml/min) |
Auswertung
Neben einem Glasübergang bei -27 °C (Mittelpunkt) mit einem Δcp von ca. 0,10 J/(g·K) zeigt der teilkristalline Kunststoff im zweiten Aufheizvorgang (rot) einen – für Kunststoffe recht schmalen – endothermen Schmelzbereich mit einer Hauptspitzentemperatur von 119 °C. Aus dieser Peakform lässt sich schließen, dass die Molekulargewichtsverteilung weitgehend homogen ist. Die entsprechende Schmelzwärme beträgt 42 J/g und ist damit deutlich geringer als im ersten Aufheizgang (blau, 76 J/g). Der kleinere nachgelagerte Schmelzeffekt bei 129 °C im zweiten Aufheizgang liegt viel näher an der Spitzentemperatur des Hauptschmelzeffekts im ersten Aufheizgang (133 °C). Daraus lässt sich schließen, dass sich während der kontrollierten Abkühlung mit einer Abkühlgeschwindigkeit von 10 K/min eine weitere kristalline Phase gebildet hat, die ursprünglich nicht vorhanden war. Der Glasübergang bei -24 °C (Mittelpunkt) im ersten Erhitzen ähnelt dem im zweiten Erhitzen, weist jedoch eine etwas geringere Stufenhöhe (Δcp) von 0,08 J/(g·K) auf.