PVC-U: Polyvinylchlorid (weichmacherfrei)

CTP

Standard-Thermoplaste

Allgemeine Eigenschaften

Kurzer Name: PVC-U

Bezeichnung: Polyvinylchlorid (weichmacherfrei)


PVC-U, manchmal auch als Hart-PVC bezeichnet, ist Polyvinylchlorid ohne Zusatz von Weichmachern. Der Buchstabe U steht für "unplastifiziert". Wie bei PVC-P sollte die thermoplastische Verarbeitung von PVC-U auf speziellen korrosionsbeständigen Anlagen erfolgen und die Zersetzungstemperatur von PVC (HCl-Bildung) berücksichtigen. Für die Compoundierung oder Extrusion von PVC-Pulver werden gegenläufige Doppelschneckenextruder eingesetzt, um die mechanische Belastung des scherempfindlichen Polymers möglichst gering zu halten. Wie bei PVC-P dient auch bei PVC-U der Geliergrad als Qualitätskriterium, das direkt mit der Schlagzähigkeit verknüpft ist.

Strukturformel

Eine minimalistische analytische Grafik, die Testkonzepte mit Symbolen für Analyse und Kontakt darstellt und die Klarheit betont.

Eigenschaften

GlasübergangstemperaturDer Glasübergang gilt als eine der wichtigsten Eigenschaften amorpher und teilkristalliner Materialien, wie z.B. anorganische Gläser, amorphe Metalle, Polymere, Pharmazeutika und Lebensmittel, usw., und bezeichnet den Temperaturbereich, in dem sich die mechanischen Eigenschaften des Material von einem harten und spröden Zustand in einen weicheren, verformbaren oder gummiartigen Zustand ändern.Glasübergangstemperatur80 bis 90 °C
Schmelztemperaturen und SchmelzenthalpienDie Schmelzenthalpie einer Substanz, auch bekannt als latente Wärme, stellt ein Maß der Energiezufuhr dar, typischerweise Wärme, welche notwendig ist, um eine Substanz vom festen in den flüssigen Zustand zu überführen. Der Schmelzpunkt einer Substanz ist die Temperatur, bei der die Substanz von einem festen (kristallinen) in den flüssigen Zustand (isotrope Schmelze) übergeht.Schmelztemperatur-
Schmelz-Enthalpie-
Zersetzungstemperatur285 bis 315 / 460 bis 475 °C
Elastizitätsmodul2700 bis 3000 MPa
Koeffizient der linearen thermischen Ausdehnung60 bis 80 *10-6/K
Spezifische Wärmekapazität (cp)Die spezifische Wärmekapazität oder Wärmekapazität ist eine messbare physikalische Größe, die dem Verhältnis der einem Objekt zugeführten Wärme zur resultierenden Temperaturänderung entspricht.Spezifische Wärmekapazität0,84 bis 1,17 J/(g*K)
WärmeleitfähigkeitDie Wärmeleitfähigkeit (λ mit der Einheit W/(m•K)) beschreibt den Transport von Energie - in Form von Wärme - durch einen Körper aufgrund eines Temperaturgefälles.Wärmeleitfähigkeit0,13 bis 0,29 W/(m*K)
DichteDie Massen-Dichte ist definiert als Verhältnis zwischen Masse und Volumen.Dichte1,38 bis 1,55 g/cm³
MorphologieAmorpher thermoplastischer Kunststoff
Allgemeine EigenschaftenHohe mechanische Festigkeit, Steifigkeit und Härte, gute chemische Beständigkeit, gute elektrische und isolierende Eigenschaften, geringe Neigung zu Spannungsrissen, gute Witterungsbeständigkeit, geringe Feuchtigkeitsaufnahme
VerarbeitungExtrusion, Spritzgießen, Blasformen, Kalandrieren, spanabhebendes Verfahren
AnwendungenBauindustrie (z.B. Fensterprofile (mit Stabilisatoren), Rohre), Maschinen- und Apparatebau, Elektrotechnik, Verpackungsindustrie

NETZSCH Messung

DSC-Analysegrafik, die die erste und zweite Heizkurve mit Temperaturübergangspunkten bei 84,0°C und 83,7°C zeigt und die thermischen Eigenschaften hervorhebt.
Probenmasse10,82 mg
Heizraten10 K/min
TiegelAl, gelochter Deckel
AtmosphäreN2 (40 ml/min)

Auswertung

Aufgrund des fehlenden Weichmachers trat der Glasübergang des vollständig amorphen Kunststoffs PVC-U im Vergleich zu PVC-P bei deutlich höheren Temperaturen auf; im vorliegenden Fall bei ca. 84 °C (bei beiden Aufheizvorgängen, Mittelpunkt) mit einer Sprunghöhe (Δcp) von 0,32 J/(g·K) im zweiten Erwärmungsvorgang. Die leichten Wellen, die den Glasübergangsschritt im ersten Durchlauf überlagern, sind wahrscheinlich auf Spannungen im Material zurückzuführen, die während der thermischen Behandlung abgebaut werden.

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