Allgemeine Eigenschaften
Kurzer Name: PVAL
Bezeichnung: Polyvinylalkohol
Polyvinylalkohol (PVAL) kann nicht durch Polymerisation, sondern nur durch Hydrolyse von Polyvinylestern, wie z. B. Polyvinylacetat, hergestellt werden. Der Kunststoff ist wasserlöslich und nimmt daher leicht Luftfeuchtigkeit auf. Die Schmelz- und Glasübergangstemperaturen hängen von verschiedenen Parametern wie dem Hydrolysegrad, der molaren Masse, der Verteilung der Acetylgruppen (statistisch oder in Blöcken) und dem Wassergehalt ab.
Strukturformel

Eigenschaften
NETZSCH Messung

| Probenmasse | 10,26 mg |
| Heizraten | 10 K/min |
| Tiegel | Al, gelochter Deckel |
| Atmosphäre | N2 (50 ml/min) |
Auswertung
Wasser hat plastifizierende Eigenschaften. Aus diesem Grund liegt die Glasübergangstemperatur beim ersten Aufheizen (blau) um 34 K deutlich niedriger als beim zweiten Aufheizen (rot). In direktem Zusammenhang damit steht der breite endotherme Effekt zwischen ca. 60 °C und 170 °C (erste Aufheizung) – er lässt sich auf die Verdunstung von Feuchtigkeit zurückführen. Durch die Verwendung von Aluminiumtiegeln mit gelochten Deckeln wurde während der ersten Erwärmung Wasser aus der Probe entfernt. Oberhalb von 150 °C und 170 °C zeigte PVAL einen Schmelzübergang mit Spitzentemperaturen von 229 °C (erste Aufheizung, blau) und 226 °C (zweite Aufheizung, rot). Die entsprechenden Schmelztemperaturen und SchmelzenthalpienDie Schmelzenthalpie einer Substanz, auch bekannt als latente Wärme, stellt ein Maß der Energiezufuhr dar, typischerweise Wärme, welche notwendig ist, um eine Substanz vom festen in den flüssigen Zustand zu überführen. Der Schmelzpunkt einer Substanz ist die Temperatur, bei der die Substanz von einem festen (kristallinen) in den flüssigen Zustand (isotrope Schmelze) übergeht.Schmelzenthalpien betrugen ca. 78 J/g (erste Aufheizung) bzw. 75 J/g (zweite Aufheizung).