PVC-P: Polyvinylchlorid (mit Weichmacher)

CTP

Standard-Thermoplaste

Allgemeine Eigenschaften

Kurzer Name: PVC-P

Bezeichnung: Polyvinylchlorid (mit Weichmacher)


PVC-P oder Weich-PVC bezeichnet PVC mit zwischen den Polymerketten eingebetteten Weichmachermolekülen mit einem Weichmachergehalt von 20 bis 50 %. Der Buchstabe P steht für "weichgemacht". Die Zähigkeit und Flexibilität von PVC-P variiert je nach Art des Weichmachers. Die Migration von Weichmachern aus PVC-P nach der Alterung kann zu Fogging oder Versprödung des Polymers führen. Daher werden in modernen Anwendungen zunehmend polymere Weichmacher verwendet, die eine geringe Neigung zur Migration aufweisen. Bei der Verarbeitung ist es wichtig, die Zersetzungstemperatur des Materials nicht zu überschreiten, um HCl-Bildung zu vermeiden.

Strukturelle Formel

Detaillierte Abbildung der Kapillarkupplung QMS 505 Aëolos mit Darstellung der wichtigsten Komponenten und Temperaturspezifikationen.

Eigenschaften

GlasübergangstemperaturDer Glasübergang gilt als eine der wichtigsten Eigenschaften amorpher und teilkristalliner Materialien, wie z.B. anorganische Gläser, amorphe Metalle, Polymere, Pharmazeutika und Lebensmittel, usw., und bezeichnet den Temperaturbereich, in dem sich die mechanischen Eigenschaften des Material von einem harten und spröden Zustand in einen weicheren, verformbaren oder gummiartigen Zustand ändern.Glasübergangstemperatur-50 bis 80 °C
Schmelztemperaturen und SchmelzenthalpienDie Schmelzenthalpie einer Substanz, auch bekannt als latente Wärme, stellt ein Maß der Energiezufuhr dar, typischerweise Wärme, welche notwendig ist, um eine Substanz vom festen in den flüssigen Zustand zu überführen. Der Schmelzpunkt einer Substanz ist die Temperatur, bei der die Substanz von einem festen (kristallinen) in den flüssigen Zustand (isotrope Schmelze) übergeht.Schmelztemperatur-
Schmelz-Enthalpie-
Zersetzungstemperatur290 bis 315 / 460 bis 475 °C
Elastizitätsmodul25 bis 1600 MPa
Koeffizient der linearen thermischen Ausdehnung60 bis 120 *10-6/K
Spezifische Wärmekapazität (cp)Die spezifische Wärmekapazität oder Wärmekapazität ist eine messbare physikalische Größe, die dem Verhältnis der einem Objekt zugeführten Wärme zur resultierenden Temperaturänderung entspricht.Spezifische Wärmekapazität0,8 bis 0,9 J/(g*K)
WärmeleitfähigkeitDie Wärmeleitfähigkeit (λ mit der Einheit W/(m•K)) beschreibt den Transport von Energie - in Form von Wärme - durch einen Körper aufgrund eines Temperaturgefälles.Wärmeleitfähigkeit0,13 bis 0,20 / 0,14 bis 0,18 W/(m*K)
DichteDie Massen-Dichte ist definiert als Verhältnis zwischen Masse und Volumen.Dichte1,16 bis 1,35 g/cm³
MorphologieAmorpher thermoplastischer Kunststoff
Allgemeine EigenschaftenGute chemische Beständigkeit, gute elektrische Isolierung, geringe Feuchtigkeitsaufnahme
VerarbeitungExtrusion (Schläuche, Kabel), Kalandrieren
AnwendungenBauindustrie, Spielzeug, Möbelindustrie, Elektrotechnik, Verpackung, Landwirtschaft

NETZSCH Messung

Differential Scanning Calorimetry (DSC)-Diagramm mit erstem und zweitem Erhitzungsprofil, wobei die wichtigsten thermischen Eigenschaften markiert sind.
Probenmasse12,36 mg
Heizraten10 K/min
TiegelAl, gelochter Deckel
AtmosphäreN2 (40 ml/min)

Auswertung

Aufgrund des Weichmacherzusatzes lag die GlasübergangstemperaturDer Glasübergang gilt als eine der wichtigsten Eigenschaften amorpher und teilkristalliner Materialien, wie z.B. anorganische Gläser, amorphe Metalle, Polymere, Pharmazeutika und Lebensmittel, usw., und bezeichnet den Temperaturbereich, in dem sich die mechanischen Eigenschaften des Material von einem harten und spröden Zustand in einen weicheren, verformbaren oder gummiartigen Zustand ändern.Glasübergangstemperatur Tg bei -41 °C in der ersten Aufheizung (blau) und -39 °C in der zweiten Aufheizung (rot). Die Auswertung der Stufenhöhen (Δcp) ergab bei beiden Heizungen einen Wert von ca. 0,26 J/(g*K). Mit Hilfe der ersten Aufheizung (blau) kann der Gelierungsgrad des PVC bestimmt werden*. Dazu müssen zwei Peakflächen berechnet werden, nämlich die von Ha zwischen T1 und der Prozesstemperatur T2 (entsprechend der bereits gelierten Menge) sowie die von Hb zwischen T2 und T3 (entsprechend der noch nicht gelierten Menge). Der Geliergrad (G) in % wird aus dem Verhältnis von Ha und der Gesamtenergie (Ha + Hb) multipliziert mit 100 berechnet. Im vorliegenden Fall führt diese Auswertung zu einem Ergebnis von 85,1 %. Da die Endtemperatur der ersten Aufheizung bei 200 °C lag, war bei der zweiten Aufheizung nur noch ein Peak (rot) sichtbar, da das gesamte PVC bereits geliert war.

* H. Potente, S.M. Schultheiß, Bestimmung des Geliergrades von PVC mit der DSC, Kunststoffe 77, 1987, Seiten 401 - 404

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