Sichere Identifikation von Materialien und Mischungen
Identify ist Teil des Analysesystems Proteus® und stellt eine einzigartige Datenbank für die thermische Analyse dar. Mit nur einem Klick können Messkurven – selbst solche, die noch nicht ausgewertet wurden – mit gespeicherten Kurven und Literaturdaten abgeglichen werden. Dadurch erkennt Identify automatisch Kurven und Materialien, kann auch im Bereich Qualitätskontrolle eingesetzt werden. Zudem dient Identify als Archiv- und Datenverwaltungssystem zur Speicherung von Messungen und Bedingungen.
Derzeit werden von Identify folgende Messtypen und Signale unterstützt: DSC, TG, TG-c-DTA®, STA, cp (spezifische Wärme), DIL/TMA und DMA. Die mitgelieferten NETZSCH Bibliotheken umfassen mehr als 1400 Einträge aus den Bereichen Polymere, Organika, Lebensmittel, Pharma, Metalle/Legierungen, Keramiken, Anorganika und chemische Elemente.
In Zusammenarbeit mit dem Kunststoff-Institut Lüdenscheid bietet NETZSCH-Gerätebau eine Polymerdatenbank für DSC-Analysen mit 1250 Messwerten verschiedener handelsüblicher Polymere (174 Typen) an.
Identify auf einen Blick
- Einzigartiges Datenbanksystem für die thermische Analyse
- Mehr als 2650 Datenbankeinträge (Messungen und Literaturdaten)
- NETZSCH Bibliotheken und Nutzerbibliotheken sowie KIMW-Datenbank
- Materialien: Polymer, Organika, Lebensmittel, Pharma, Metalle/Legierungen, Keramik, Anorganika
- Mess-/Signaltypen: DSC, TG, c-DTA®, STA, DIL, TMA, cp, DMA.
- Kurven- und Materialidentifizierung
- Qualitätskontrolle („PASS!”/“FAIL!” Validierung)
- Voller Zugriff auf die gesamte Datenbank (einschließlich Auswertungen und Messbedingungen)
- Filterung von Datenbankeinträgen
- Überlagerung von Messkurven
- Anpassbare Berichte

Datenbank-Inhalte (Stand 2025)
Identify enthält jetzt mehr als 2650 Datenbankeinträge, davon 1401 NETZSCH Einträge sowie optional 1250 Einträge der KIMW-Datenbank.
* Nutzerbibliotheken sind unbegrenzt erweiterbar und können über ein Computernetz gemeinsam genutzt werden, sodass mehrere Nutzer gleichzeitig darauf zugreifen und die Sammlung gemeinsam erweitern können.

Maßgeschneiderte Algorithmen für intelligentes Matching
Identify nutzt spezielle Algorithmen für jeden Signaltyp:
- Effekt-basierte und Datenpunkt-basierte Ansätze.
- Ähnlichkeitswerte werden aus Unterschieden in Kurvenform und Absolutwerten berechnet.
- Einstellbare Algorithmen und wählbarer Suchtemperaturbereich, z. B. für die Identifikation einzelner Effekte.
Ergebnis: Zuverlässiges Matching selbst für komplexe oder teilweise unbekannte Proben – ideal für Materialbeurteilung in Forschung & Entwicklung, Qualitätskontrolle und Fehleranalyse.


Warum Identify anders ist
- Identify ist mehr als eine Datenbank-Suche – es ist ein Validierungstool
- Integrierte Intelligenz basierend auf intensiver Algorithmenentwicklung
- Transparent und anpassbar – volle Kontrolle über das Suchverhalten
- Zukunftsfähig – KI-gesteuerte Materialidentifizierung mit wachsendem Datenbankinhalt
Typische Anwendungsbeispiele

Polymeridentifizierung mittels DSC
Mit einem Klick wurde die DSC-Messung eines „unbekannten“ Polymers (blaue Eingangskurve) autonom durch AutoEvaluation ausgewertet, und das Probenmaterial wurde durch Identify eindeutig als Polymer vom Typ PA12 erkannt.
Die DSC-Messung der besten Übereinstimmung aus der Bibliothek „Polymers NETZSCH“ wird zum Vergleich angezeigt (rosa Datenbankkurve)1.
1 Eingabe- und Datenbankkurven stammen aus der 2. Aufheizung der Proben.
Polymeridentifizierung mittels TG-c-DTA®
Besonders vorteilhaft ist, dass Identify bei der Identifizierung sogar zwei Arten von Messungen gleichzeitig einbeziehen kann, beispielsweise TG und DSC oder c-DTA®. Dadurch lassen sich Mehrdeutigkeiten deutlich reduzieren und somit die Chancen für eine korrekte Materialidentifizierung erhöhen1.
Wie im Beispiel dargestellt, können die ausgewerteten TG- und c-DTA®-Kurven von Identify gemeinsam verwendet werden: Die Analyse zeigt, dass das TG-Zersetzungsergebnis dem des in der Datenbank gefundenen POM-H-Polymers sehr ähnlich ist. Es gibt eine DSC-Kurve für POM-H, die gut mit dem Schmelzeffekt bei einer Peak-Temperatur von 183 °C übereinstimmt, was sich auch in der c-DTA®-Kurve der Eingabemessung widerspiegelt. Das Material kann daher mit hoher Sicherheit als POM-H-Material identifiziert werden; alle anderen in der Datenbank vorhandenen Polymertypen können ausgeschlossen werden.


Identifizierung von Keramik mittels TGA-DSC
In dieser Anwendung verwendet Identify gleichzeitig zwei Arten von Messungen (TG und DSC) zur Identifizierung der Probenzusammensetzung. Datenbankvergleiche wurden in verschiedenen Temperaturbereichen durchgeführt – eine weitere leistungsstarke Funktion. Wie im Beispiel dargestellt, zeigt die Analyse mit Identify im Temperaturbereich unter 500 °C, dass die TG-DSC-Ergebnisse denen für Gips (Dihydrat, CaSO4·2H2O) in der Datenbank sehr ähnlich sind.
Der bei 575 °C festgestellte DSC-Peak, der auf den strukturellen α→β-Übergang von Quarz zurückzuführen ist, tritt auch in der ähnlichsten Datenbankkurve in diesem Temperaturbereich auf. Oberhalb von 600 °C ist das beste Ergebnis der Datenbanksuche eine Messung, die die Zersetzung von Calciumcarbonat darstellt. Zusammenfassend hat die Untersuchung gezeigt, dass das unbekannte Material aus Gips, Quarz und Calciumcarbonat besteht.
Kurvenvergleiche
Identify bietet jederzeit Zugriff auf alle verfügbaren Datenbankeinträge und ermöglicht Kurvenvergleiche, wie in diesem Beispiel gezeigt. Die DMA-Eingangsmessung (zur besseren Übersichtlichkeit wird nur der Speichermodul E’ angezeigt) wird mit der ähnlichsten DMA-Messung für PTFE sowie mit PTFE-Messungen der Signaltypen DIL, DSC und TG-c-DTA® überlagert, die alle in der NETZSCH Polymerbibliothek gefunden wurden.
Solche Kurvenvergleiche dienen der besseren Interpretation von Effekten, aber auch der Auswahl der Messbedingungen. So ist es beispielsweise hilfreich zu sehen, dass das Schmelzen von PTFE bei etwa 300 °C beginnt (sichtbar als DSC-Peak oberhalb dieser Temperatur) und dass die Zersetzung von PTFE bei etwa 500 °C beginnt, wo die TG-Kurve abfällt. Die Messbedingungen jeder einzelnen Datenbankmessung sind leicht zugänglich, was für die Vorbereitung einer eigenen Messung an einem solchen Material nützlich ist.


Identify zur Qualitätskontrolle (DMA)
Identify kann im Allgemeinen auch für die Qualitätskontrolle (QC) verwendet werden. Dies wird in der Abbildung veranschaulicht, in der der Speichermodul E’ einer DMA-Eingangsmessung mit einer sogenannten Qualitätskontrollklasse verglichen wird; in diesem Fall einer Gruppe von sechs benutzerdefinierten Messungen an PTFE (mit dem Namen „DMA Quality PTFE“). Da die benutzerdefinierten Qualitätskriterien erfüllt sind, wird die Meldung „QC: PASS!“ angezeigt.
Identify zur Qualitätskontrolle (cp)
In diesem Beispiel wird eine spezifische Wärmekapazitätsmessung (schwarze Kurve) mit einer Qualitätskontrollklasse aus der Datenbank des Benutzers (mit dem Namen „Cp_Sapphire_QC“) verglichen, wobei erneut die Meldung „QC: PASS!“ angezeigt wird, wie auch aus der g Übereinstimmung mit der hervorgehobenen Referenzkurve ersichtlich ist. Dieser intuitive Ansatz ermöglicht eine schnelle und effektive Qualitätsprüfung, sodass Benutzer experimentelle Daten verlässlich validieren können.


Identify zur Qualitätskontrolle (DSC)
In diesem Beispiel wurde eine DSC-Messung an nominell reinem Polyethylen (PE, blaue Kurve) analysiert. Die Trefferliste und die Überlagerung mit der besten Übereinstimmung, „PE-LLD98-PP2_DSC“ (98 % PE-LLD + 2 % PP, rosa Kurve) aus der Bibliothek „Polymer Mixtures NETZSCH“ zeigen, dass es sich bei dem Material um PE-LLD handelt. Darüber hinaus wurde eine Verunreinigung mit etwa 2 % Polypropylen (PP) festgestellt, was sich in dem kleinen DSC-Schmelzpeak bei etwa 158 °C widerspiegelt. Identify löste automatisch die Meldung „QC: FAIL!” aus, da ein benutzerdefinierter Ähnlichkeits-Schwellwert mit einer ausgewählten Qualitätskontrollklasse, in diesem Fall PE, unterschritten wurde.




